Ätsch! Alle, die sehnlichst den 29. April für die königliche Hochzeit von Kate und William abgewartet haben werden bitter enttäuscht sein: Die Hochzeit fand nämlich bereits statt – vorzeitig!
Wenn du mir nicht glaubst, hier ist das offizielle Video:
Hahahaha, reingelegt. Es ist natürlich der T-Mobile Spot LOL!
Update: 12. Juni 2011
Wie wir inzwischen wissen, war die echte königliche Hochzeit bedeutend langweiliger.
Das erste Video einer königlichen Hochzeit überhaupt (damals natürlich auf Film) wurde von CNN veröffentlicht: Hier läuft 1947 Queen Elizabeth II höchstpersönlich zum Altar. Gähn.
Stell’ dir vor, du heiratest an deinem hundertsten Geburtstag! Und deine Braut ist 93!!
Mit einem kombinierten Alter von 193 Jahren heirateten Forrest Lunsway, 100, und Rose Pollard, 93, und deklassierten damit das amtierende Paar im Guiness Buch der Rekorde mit “nur” 183 Jahren. Die Beiden aus Kalifornien lernten sich vor 30 Jahren beim Tanzen kennen. Die immer noch passionierten Tänzer liessen natürlich an ihrem grossen Tag ausgiebig das Tanzbein schwingen.
Viel billiger und kürzer gehts nimmer: In ganze 58 Sekunden wird dieses Amerikanische Paar zuhause im Wohnzimmer getraut, Bibellesung inbegriffen.
“Short, sweet, quick and fast”: So fängt die Trauung an.
Zeitaufwand für die Hochzeitsvorbereitung und -Planung: Nahezu 0.
Kosten für Blumen: 0
Kosten für Kleider: 0
Kosten für Frisuren: 0
Kosten für Schmuck: 0
Kosten für Ringe: 0 (es wurden keine ausgetauscht)
Kosten für Schuhe: 0
Kosten für Apero: 0
Kosten für Feier: 0
Kosten für Einladungen: 0
Kosten für Fotografie und Video: 0
Kosten für Kirche und Traulokal: 0
Kosten für Deko: 0
Kosten für Limo: 0
Kosten für Unterhaltung: 0
Kosten für Wedding Planner: 0
Kosten für Tauben, Ballone, Härzlituch und sonstiger Unsinn: 0.
Ist so eine Hochzeit nicht irgendwie leicht, befreiend und wohltuend? Ich finde sie wunderbar anders!
Unter den 60’000 Paaren, die jährlich in las Vegas heiraten, ist die Zahl der Drive-In-Hochzeiten noch relativ klein. Dafür ist der Gag-Faktor und die offensichtliche Unbeschwertheit einer solchen Hochzeit umso höher.
Erfunden soll der “Drive-Thru” die Inhaberin der “Little White Wedding Chapel” 1991, als sie ein behindertes Paar beobachtete, das sich mühsam in eine Kapelle begab. (Website)
Die Idee kam gut an und inzwischen bieten mehrere Unternehmen vornehmlich nichtbehinderten Paaren solche Hochzeiten an. Die Zeremonie ist vergleichbar mit einer Ziviltrauung bei uns. Packages werden angeboten, die je nach Preislage eine Limo, Fotos, Video, einen Blumenstrauss, eine Ansteckblume für den Bräutigam, Leih-Trauzeugen sowie natürlich ein representatives Zertifikat beinhalten. Getraut wird meist 365 Tage im Jahr, von Frühmorgens bis Mitternacht.
Auch wenn die Vorstellung sich im Auto in einer solch kitschigen Umgebung trauuen zu lassen vielen nicht so sehr zusagen mag, der Pfarrer im Video unten macht einen relativ guten Job. Würdevoller und mit mehr Gefühl als bei einigen Ziviltrauungen, die ich in der Schweiz erlebt habe. Das anfänglich nervöse Gekichere der Braut hört bald auf.
Und wo gibts bei uns nach der Trauung einen “Newly-Wed Kit”, eine Tüte mit T-Shirts und ein paar Candy Kisses (Süssigkeiten) ? LOL
Und noch etwas: Gemäss ZGB Art. 101 können sich Paare, die nachweislich nicht imstande sind sich zum Zivilstandsamt zu begeben, auch zuhause trauuen lassen. Es muss also nicht immer Las Vegas sein .
Paare, die auf Heavy Metal stehen, halten an ihrem Hochzeitstag oft lauwarm-gespieltes pseudo-romantisches Geklimpere aus. Warum stehen sie nicht zu ihrer Leidenschaft und feiern die Zeremonie gleich in Schwarz zu ordentlich-fetzigem Getöse? Das lässt höchstens die Omas und Opas aufschrecken, alle anderen Gäste finden es vermutlich lässig.
In einer freien Trauung sollte sowas eh machbar sein. Möglicherweise machen einige Zivilstandsämter ebenfalls mit. Den grössten Widerstand dürfte der Pfarrer in der Kirche leisten, aber man weiss ja nie . Metal-Fans gibt es mehr als man denkt, auch unter Pfarrern.
Recht selektiv sollte die Musikwahl schon sein; AC/DCs “Highway to Hell” kann ich mir in einem Kirchenambiente nicht so ganz vorstellen…
Natürlich wurden Heavy-Metal-Hochzeiten bereits schon insziniert. Hier ein cooles Beispiel aus den Staaten: Die Zeremonie ist zwar kurz aber umso unterhaltsamer. Schon mal eine Trauung gesehen, wo der Grossvater der Braut oben ohne erscheint? Haha!
Manchmal sieht die Braut im Brautkleid fast so aus, als würde sie schweben. Aber sich wirklich echt schwebend zu trauuen, das war bisher unmöglich.
Denn einen einzigen Platz in der Soyuz Raumkapsel kostet 30 Million $. Davon braucht es im Minimum fünf Stück: zwei für das Brautpaar, zwei für die Trauzeugen und einen für den Zivilstandsbeamten. Nicht gerade jedermanns Portmonais Sache (geschweige denn, dass pro Weltraumflug höchstens einen Touri-Sessel zur Verfügung steht).
Doch nun hat Zero Gravity Corporation aus Virginia, USA gerade eben die erste echt-gravitationsfreie Hochzeit durchgeführt. Dies getraut haben sich ein Paar aus New York, Erin Finnegan und Noah Fulmor am 20. Juni über Florida.
In einer modifizierten und innen-gepolsterten Boeing 727-200 werden Parabel-Flüge durchgeführt, die für kurze Zeit einen Zustand ohne Schwerkraft im Inneren des Flugzeugs erzeugen.
Was tun denn die Beiden kopfüber??
[Courtesy of Zero Gravity Corporation]
Offenbar war die Koordination der Trauung nicht unproblematisch und der Kuss ging fast daneben. Die Ringe wurden getauscht, allerdings nicht ohne Täuschung, denn der Ring eines Gastes schwebte gleichzeitig durch den Raum. Damit die Schwänze des Bräutigam-Fracks richtig fallen würden, wurden sie versteift. Ebenso die Frisur der Braut. “Traubeamter” spielte einer der Gründer der Firma, der eine offizielle Traulizenz besitzt.
Offenbar erwartet die Firma eine rege Nachfrage, denn das Anmeldeformular steht gleich auf der Website, zusammen mit einem Logo für die schwerelose Trauung. Im Vergleich zur Soyuz kostet der Spass einen Klaks, denn die Flüge sollen bereits ab knapp 5000 $ pro Person zu haben sein. Inbegriffen sind 12-15 Parabel-Läufe, einen eigenen ZERO-G Anzug, Souveniers, eine “Regravitationsfeier”, ein Zertifikat sowie Fotos und Videos des Flugs. LOL!
Also welches Paar traut sich die erste schwerelose Schweizer Hochzeit? Bitte melden!!
Das eigens kreiirte Logo der Firma
In einer Variation der schwebenden Hochzeit haben diese Beiden in Colorado getraut:
In der Fallschirm-Hochzeit (“so exciting”! Haha, diese Amis)
In den 80′er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen die Hochzeitsvideos auf. Die Neuigkeit wollte jeder. Die Ernüchterung kam erst nach und nach.
Wirklich sehenswert waren die Streifen halt nicht besonders. Zu schlecht waren Aufnahmetechnik, Licht und Schnitt. Und das künstlerische Talent der Videografen war eben auch nicht gerade üppig gesät.
Die Fotografie nahm wieder Überhand, denn die Bilder waren im Vergleich zu Video einfach zeitlos(er).
In den letzten wenigen Jahren erwacht das bewegte Medium langsam wieder dem Dornröschenschlaf. Denn über dem grossen Teich gibt es einige wahre Künstler, darunter Stillmotion, die frische, kurze Videos produzieren, die man tatsächlich mehrmals anschauen möchte.
In der Schweiz kenne ich leider nichts auch nur entfernt Vergleichbares. Gegenstimmen?
Das nächste Video kommt aus England und existiert schon bereits eine Weile, aber ich möchte es euch trotzdem nicht vorenthalten: Ein Hochzeitsmusikvideo!
P.S. Der Ton trägt ja entscheidend zu jedem Video bei. Beim ersten Clip wars das Stück “Help, I’m Alive” von Metric (ein gnadenloser Ohrwurm!). Der Clip:
Wo fand mit geschätzten 50-100 Millionen Franken die bisher teuerste Hochzeit statt?
In Hollywood? Las Vegas? Moscow?
Weit gefehlt!
In Indien. Sahara City, Lucknow.
Subrata Roy, Industrieller und Vorsitzender der Sahara Group, ein Konglomerat mit Geschäften in Immobilien, Medien, Spitälern bis zu Tourismus veranstaltete das Mega-Event im Februar 2004, als seine zwei Söhne gleichzeitig heirateten. Es war die Hochzeit von Seemanto mit Chandni und Sushanto mit Richa.
Die beiden Brautpaare mit Freunden
Für jeden Star, der eingeladen war, sollen drei Superstars anzutreffen gewesen sein. Insgesamt trafen 10’000 Gäste an der Hochzeit ein. Von Indischen Städten flogen Charter-Shuttle-Flugzeuge die Gäste herbei, das 121-köpfige London-Symphonieorchester wurde aus London eingeflogen und es wurden Speisen aus 10 verschiedenen Traditionsküchen mit insgesamt 110 Gerichten serviert (darunter Indisch, Mexikanisch, Italienisch, Mongolisch, Libanesisch, Chinesisch und Amerikanisch. WAS? Amerikanisch?).
Über den Kosten kann nur spekuliert werden, die Schätzungen liegen zwischen 2 und 4 Milliarden Indischen Rupien, was zwischen 50 und 100 Millionen Franken liegt.
Der Indische Premier-Minister mit Vater und die Brautpaare
Eine weitere Indische Hochzeit, die zu den teuersten gehört ist die von Amit Bhatia und Vanisha Mittal, die Tochter vom Stahl-Unternehmer Lakshmi Mittal, am 18. November 2006. Sie soll 60 Million US$ gekostet haben. Diese fand im Vaux le Vicomte, ein Französisches Chateau aus dem 17. Jahrhundert, das vorher noch nie für eine öffentliche Veranstaltung freigegeben wurde. Die Verhandlungen dafür sollen ein Jahr gedauert haben.
Amit Bhatia und Vanisha Mittal
Mit beinahe bescheidenen 1000 Gästen war die Zeremonie über 5 Tage so umfangreich, dass 20-seitige Einladungen verschickt wurden – präsentiert in einer Silber-Schatulle.
In Hollywood wird weit weniger für Hochzeiten ausgegeben. Die bisher teuerste kostete einen Bruchteil der Rechnung der Inder: Die 2002′er New-Yorker Hochzeit von Liza Minnelli und David Gest soll nur 3,5 Millionen US$ gekostet haben.
Der Online-Blick vom 19.05.2009 berichtet “Schlagerstar Francine Jordi (31) und Ex-Rad-Star Tony Rominger (47) haben sich gestern das Ja-Wort gegeben.” Also war die Hochzeit am 18. Mai: Montag.