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6. März 2008

Willst du wirklich heiraten?

Jede Zigarettenpackung trägt die Warnung „Rauchen ist tödlich“. Warum gibt es beim  Standesamt vor der Trauung keine ähnliche Warnung, wo die Gefahr von gravierenden psychischen Verletzungen in einer Ehe so akut ist?

Die jährlich-erhobenen Zahlen vom Bundesamt fĂĽr Statistik sprechen eine deutliche Sprache: Die Scheidungsrate im Vergleich zu den Vermählungen ist hoch. Sehr hoch. Im Jahr 2010 fanden 43’257 Vermählungen statt, gleichzeitig wurden 22’081 Ehen geschieden. Also werden rein rechnerisch ĂĽber 50% der Ehen frĂĽher oder später in der Scheidung enden. Das ist aber erst die halbe Geschichte.

Was ist mit den ĂĽbrigen 50%, die nicht geschiedenen Ehepaaren?

Hier sieht es ebenso unerfreulich aus. Ein ganzes Drittel ist zwar noch symbolisch verheiratet, lebt aber getrennt voneinander. Ein  weiteres Drittel ist noch verheiratet, lebt zusammen – aber unglĂĽcklich. Und erst das allerletzte Drittel sagt aus, dass es glĂĽcklich in der Ehe ist.

Also nur gerade 15% aller Vermählten leben langfristig glücklich zusammen.

Für die übrigen 85% wird die Ehe zur Last, zum Trauma oder zum reinsten Horrorerlebnis, je nach Konfliktgrad. Ein Schlaraffenland für Familienanwälte.

Ist die Ehe mit dieser katastrophalen Erfolgsquote nicht reif für den Mülleimer? Denn der Ehevertrag ist der einzige Vertrag, der jederzeit aufgelöst werden kann. Ohne Penale, ohne Kündigungsfrist, und ohne Angabe von Gründen.

Die Hochzeit mag noch so berauschend und „perfekt“ sein, die GlĂĽckwĂĽnsche aller noch so ĂĽberschwänglich, die Flitterwochen noch so romantisch: Der Scherbenhaufen ist leider schon fast vorprogrammiert. Denn Männer und Frauen sind anders, und rein evolutionär nicht fĂĽr eine langfristig-glĂĽckliche Beziehung geschaffen. Unsere Vorfahren, die sich nach einigen Jahren eine neue Partnerschaft suchten konnten sich besser vermehren. Diese „Wandergene“ sind stärker als die meisten Ehen.

Monogamie in der Ehe ist fĂĽr die Meisten ein Mythos – ein gesellschaftliches und kirchliches Korsett, das frĂĽher oder später zu einschränkend wirkt und infolge gesprengt wird. In „The Myth of Monogamy“ wiederspricht Verhaltensforscher David Barash traditionelle Annahmen vom Tierreich, insbesondere von vielen bisher als monogam geglaubten Vogelarten. Polygamie ist normal, Mongamie abnormal. Eine Untersuchung der weiblichen Sexualität zeigte bei Frauen viele Beispiele eines aggressiven PaarungsbedĂĽrfnisses ausserhalb der Beziehung.

Der Seitensprung ist die logische Folge.

Und damit ist meist die Ehe makulatur, auch wenn der Seitensprung dem Partner nicht offenbart wird. Denn wenn ein Partner eine Auszeit von der Beziehung will, ist fast immer eine Drittperson im Spiel. Schätzungsweise 60% aller Eheleute werden mal fremdgehen, wobei diese Zahl wegen der potentiell hohen Dunkelziffer als konservativ angesehen wird.

Gemäss den Statistiken gehen mehr Frauen als Männer fremd und mehr Scheidungen werden von Frauen beantragt. Gravierend ist das darauffolgende Trümmerfeld. Von verlassenen Eheleuten wird der Seitensprung des Partners als das schlimmste Lebensereignis beschrieben. Noch gravierender wird es, wenn schon Nachwuchs da ist. Auch dieser wird langfristig traumatisiert, obwohl das Problem in den populären Medien verharmlost wird.

Die Liebe macht blind, und verliebte Paare mit Rosa Brillen sehen unmöglich solche Probleme in ihrer Beziehung auf sie zukommen.

Hast du in deinem Bekanntenkreis eine Person, die in der Ehe betrogen wurde? Frage sie mal ĂĽber das Erlebnis aus.

Treffe dann deine Entscheidung, ob du wirklich heiraten möchtest.

P.S. Dass der Vergleich mit der tödlichen Zigarette nicht so weit hergeholt ist zeigt dieser Artikel.

 

Annihiliation Method